David’s Weg zurück nach Deutschland

Oft liest man Erfahrungsberichte im Internet oder hört Geschichten von Bekannten. Ein Wechsel nach Deutschland ist möglich! Jedoch erfährt man meistens nicht, was es alles zu beachten gilt. Damit du einen besseren Einblick zum Quereinstieg bekommst, haben wir von Einstieg Zahnmedizin einen Experten befragt, der selbst einen erfolgreichen Quereinstieg hinter sich gebracht hat. Viel Spaß beim Lesen des Interviews mit David aus Erlangen!

Interview

1. Hey David, wir kennen uns durch die Parlamentarierin Jasmin Mansournia. Könntest Du dich vielleicht einmal kurz vorstellen und erzählen, in welchem Semester du dich befindest und wo genau Du in Deutschland studierst?

Hi, ich studiere momentan im 6. Semester an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen.


2. Wieso bist Du damals ins Ausland gegangen, um mit dem Zahnmedizinstudium zu beginnen?

Ich hatte damals bereits 4 Jahre an Wartesemestern angesammelt. Die Situation war so, dass allmählich Gerüchte über die Änderungen der Zulassungen in der nächsten Zeit aufkamen. Aus dem Grund wollte ich nicht nach insgesamt 6-7 Jahren Wartezeit ohne Studienplatz dastehen (was nach neuen Regelungen tatsächlich so passiert wäre) und hatte auch ein wenig Bammel ob meine Lernmotivation da noch ausreichend vorhanden wäre.

Zudem hatte ich nach Ausbildung & Arbeiten, Au Pair und Medizinertests schlichtweg keine Lust mehr zu warten, da meinerseits eine weitere Ausbildung bzw. „nur stumpf durchzuarbeiten und zu hoffen irgendwann mal zu beginnen“ zu unsicher erschien.

3. Welche Universitäten waren für Dich in der engeren Auswahl?

Universitatea George Emil Palade in Targu Mures und Cluj Napoca (beides Rumänien)

4.  An welcher Universität hast Du im Ausland studiert und wie lange?

An der UMFST (Universitatea Emil George Palade) in Rumänien, 6 Semester.

5. Hast Du von Anfang an mit dem Gedanken gespielt, wieder nach Deutschland zu wechseln? 

Auf jedenfall.

6. Nach welchem Semester hast Du gewechselt und welches bietet sich am besten an bzgl. Äquivalenzen in Deutschland?

Ich habe nach dem 6. Semester gewechselt. Das ist tatsächlich schwer zu sagen, da dies nach momentanen Stand von den Landesprüfungsämtern abhängt. Am Besten, nach meiner persönlichen Einschätzung, wäre es nach den ersten zwei Semestern oder nach dem sechsten Semester zu wechseln.

7. Könntest Du uns einmal kurz den genauen Ablauf des Quereinstiegs erzählen? (Worauf muss man achten und welche Instanzen sind besonders wichtig)

Zuerst einmal sollte man sich im besten Fall bereits ein Jahr vorher einen genauen Zeitplan machen und schauen, wie die jeweiligen Ämter arbeiten (sprich Öffnungszeiten und Kontaktpersonen bereits raussuchen und griffparat in einem Dokument lagern) und vorher andere Studenten aus ihrer Uni/Land fragen, wie es organisatorisch und zeitlich bei ihnen aussah.

Wichtig ist es, erstmal alle notwendigen (nach deutschem Curriculum für Zahnmedizin) Examen zu bestehen. Danach bekommt man sein Transcript of Records von der Uni. Mit diesem geht man zum zuständigen LPA in Deutschland und lässt sich die Scheine anerkennen (wichtig: bei Zahnmedizin ist das LPA deines Wohnortes zuständig im Gegensatz zu Humanmedizin). Gut ist es, sich schon einmal vorher beim LPA zu melden und eventuell einen Antrag zu stellen und später Papiere nachzureichen, anstatt alles auf einmal abzugeben. Somit spart man sich extrem viel Zeit im Nachhinein. Das LPA braucht nach deren Einschätzungen zwischen sechs Monaten und einem Jahr, um Dokumente offiziell anerkennen zulassen. Dies hängt mit der Anzahl der Semester zusammen.

Parallel zu all dem schaut man sich die Bewerbungsvoraussetzungen -und Fristen für deutsche Unis an. Diese müssen unbedingt eingehalten werden.

Im besten Fall hat man dann zum Bewerbungszeitraum alle nötigen Dokumente oder kann diese (z.B. LPA-Bescheid) nachreichen.

Der LPA-Bescheid der Scheine ist erstmal nur eine Inaussichtstellung. Nach erfolgreicher Zulassung an einer Universität sollte man sich schnellstens ans Prüfungsamt der Uni wenden, um dann die offizielle LPA-Bescheinigung in dem Bundesland zu erhalten, indem man nun studiert.

Was besonders wichtig und viele unterschätzen ist, dass leider sehr viele Landesprüfungsämter eher langsam arbeiten. Daher sollte man diese immer wieder anrufen, um den Prozess zu verschnellern. Dokumente von denen gesagt wird, man bekäme sie in den nächsten Wochen kann man auch gerne mal nach 5 Monaten bekommen, wenn man da nicht nachhakt.

8. Nach der Anrechnung Deiner erworbene Scheine im Ausland, an welchen deutschen Universitäten hast Du dich beworben? Bieten sich bestimmte Universitäten in DE besonders gut an?

Ich habe mir gezielt Personen rausgesucht, die in Fachschaften vertreten sind, um ein Bild der Unis zu bekommen. Dazu gab mir die Internetseite www.studycheck.de einen sehr guten, oberflächlichen Eindruck von den Unis.

Ich habe mich an allen deutschen Unis beworben, die Zahnmedizin für das Wintersemester anbieten, außer Tübingen. 

Ja, man hört sehr oft, wenn man gut ist / aufpasst, ist es egal wo man Zahnmedizin studiert. Nach starkem Austausch mit den Fachschaftsmitgliedern und Studierenden der Zahnmedizin kann ich das so nicht unterschreiben. Die Universitäten, die sich nach meiner persönlichen Einschätzung von der Zufriedenheit eher anbieten und mir vermehrt empfohlen wurden waren: Regensburg, Erlangen, Jena, Mainz, Würzburg, Marburg und Kiel. Großstädte solle man eher meiden, wenn man aus mehreren Unis auswählen kann, war der Konsens. Natürlich sind dies nur subjektive Einschätzungen, da muss jeder für sich entscheiden.

9. Konntest Du dich in deinem gewünschten Semester in DE immatrikulieren oder gab es hochschulinterne Probleme? 

Ich konnte mich zwar in dem gewünschten Semester immatrikulieren, allerdings muss man damit rechnen, dass sich einzelne Institutionen nicht untereinander absprechen oder/und man zu spät zugelassen wird und somit die Anmeldefristen nicht einhalten kann. Das ist auch bei mir geschehen. Ich konnte einen wichtigen klinischen Kurs nicht mit den anderen beginnen und muss eventuell deswegen noch ein Semester an die Regelstudienzeit dranhängen.

Für den Bereich der Klinik wäre es nicht schwer gewesen, mich im Nachhinein hinzuzufügen. Nach Diskussionen mit der Uni-Zulassungsstelle und dem Prüfungsamt, gab es trotzdem keine Akzeptanz oder Verständnis von der Fachleiterin.

10. Was würdest Du jedem zukünftigen Zahni der im Ausland studiert und nach Deutschland wechseln möchte empfehlen? 

Organisiere dich gut und schau immer ,ob sich Institutionen oder Dinge ändern. Frage andere Studenten aus Deutschland, wie sie gewechselt haben. Rechne immer damit, dass Behörden länger brauchen, als sie meinen und erinnere diese immer wieder daran, um mögliche Baustellen zu vermeiden. Rechne mit extremen Stressaufwand und schau, ob es dir wirklich wert ist.

  • Organisation – sei immer auf dem neusten Stand mit deinen Dokumenten

  • Netzwerk – tausche dich aus mit anderen Kommilitonen (Foren, Bekannte etc.)

  • Zeitmanagement – plane genug Zeit ein

  • Geduld – zeige Ausdauer, auch wenn du nicht beim ersten Mal eine Antwort bekommst

Wir möchten uns nochmal recht herzlich bei David bedanken und hoffen, dass wir Dir einen besseren Einblick geben konnten. Wenn du weitere Fragen hast, kannst du uns gerne jederzeit kontaktieren.

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David K.
David K.Autor
David hat einen erfolgreichen Quereinstieg hinter sich gebracht und hat von Rumänien nach Erlangen gewechselt. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.

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